Jetzt mal ganz ehrlich – wie entscheiden Sie, welchen Wein Sie kaufen und welchen nicht? Wegen des Geschmacks? Des Preises oder vielleicht des Etikettes?

Grundsätzlich sollte Wein (übrigens gilt das eigentlich auch für jedes andere Getränk) natürlich gut schmecken. Aber im Supermarkt kurz probieren ist sicher nicht gerne gesehen – falls da jemand Erfahrungswerte hat, würde ich mich über einen Bericht freuen 😉

Woran orientiert man sich, wenn es nicht nach dem Geschmack geht?

Die meisten Weingüter geben sich die größte Mühe ihren Wein mit wohlklingenden Sätzen zu beschreiben, da wird von einem feinen Bouquet, fruchtigen Aromen und zartem Abgang gesprochen oder erklärt, zu welch feinen Speisen der Wein sich am Besten eignet.
Aber solche Texte finden sich auf fast jeder Flasche was eine Entscheidung nicht gerade leichter macht und da mittlerweile selbst Discounter oft dutzende von Weinen in unterschiedlichen Preisklassen führen spielt der Aspekt auch eine eher untergeordnete Rolle. In den bekannten Supermärkten und Online-Shops gibt es oft mehrere hundert, teilweise weit über tausend Weine. Selbst wenn man da nach einem trockenen Rotwein aus Deutschland zwischen 5-7€ pro Flasche sucht wird man wahrscheinlich vor zig Flaschen stehen.

Also entscheidet auch hier, wie so oft im Leben, das Auge bzw. es hat einen großen Einfluss. Natürlich kann man jetzt den Einwand bringen, dass man Wein eben beim Weinhändler kaufen sollte, bei dem man auch mal ein Gläschen probieren kann. Fakt ist aber, dass die Meisten ihren Wein entweder im Supermarkt oder Discounter kaufen oder sich nicht mal unbedingt trauen beim Weinhändler zu probieren.

 

5Die Komfortzone verlassen!

Lieber Winzer und Weingüter, wagt doch mal was! Egal ob ich zum hiesigen Feinkostladen gehe, zu Edeka oder zum überregional bekannten Weinhändler, die wenigsten Flaschen „springen” mich an. Dabei muss es ja gar keine neue Flaschenform sein mit teuren, geprägten Etiketten die auch noch mit Goldfolie beklebt sind. Leider habe ich oft das Gefühl, dass der Design-Aspekt vollkommen verkannt wird. Viele Winzer und Weingüter gestalten ihre Etiketten selbst, das kann natürlich seinen Charme haben, wirklich gut wird es aber nur selten – aus diesem Grund mache ich auch keinen Wein.
Anstatt etwas Neues zu probieren, wird häufig auf „Nummer sicher” gegangen, das minimiert zwar das Risiko, steigert den Erfolg aber sicher auch nicht sonderlich. Und ein Produkt, auf das man als Hersteller stolz ist, sollte doch auch dementsprechend präsentiert werden, oder?

Aber was macht ein gutes Etikett aus?

Klar, man könnte jetzt nach der Regel gehen „Auch schlechte Werbung ist Werbung” aber ich wage zu bezweifeln, dass das eine verkaufsfördernde Maßnahme ist.
Manche Weinflaschen fallen durch sehr aufwändige Etiketten auf, andere durch extrem schlichte Designs.
Ich persönlich finde es gut wenn das Design eine Verbindung zum Namen oder Ort hat, das darf aber gerne auch abstrakter werden. Etiketten mit gezeichneten Weinbergen oder Trauben gibt es schon zuhauf.

Aber bevor ich hier noch viele Worte verliere zeige ich lieber einige schöne Beispiele für gelungene Designs:

 

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