“Gastronomie ist leben im ständigen Wandel” – diese Erfahrung hat Alexander Frey nach 15 Jahren in der Gastronomie gesammelt.
Der Gastronomie- und Hotelberater aus Burscheid hat sich heute Zeit genommen um uns Einblicke in modernes und erfolgreiches Gastro-Marketing zu geben.

Beratungspuzzle: Hallo Alexander, erstmal vielen Dank für deine Teilnahme zum Start dieser Interview-Reihe. Erzähl uns doch mal ein wenig über dich.

Alexander: 35 Jahre, verheiratet und 2 liebenswerte Monster (Kinder). Seit der Kindheit durchs Elternhaus, gastrogeschädigt! Ein wenig Punk, ein wenig seriös, ein wenig Nerd. Glaube das beschreibt mich am ehesten! 😉

Ich habe jahrelang in einem Hotel-Restaurant gearbeitet, zwischendurch mal in der Kölner Szene Gastro und in einem Argentinischen Steakhaus. Sehr gegensätzlich aber alles sehr reizvoll und interessant!

Ich liebe die Gastronomie mit all seinen Facetten – deswegen finde ich es auch schade das derzeit gerade hier im ländlichen Bereich unheimlich viele den Bach runtergehen. Da herrscht teilweise totaler Stillstand! Das war auch einer der Gründe warum ich mir gedacht habe, das geht auch anders!

So entstand die Idee vom Gastronerd – All in one Lösungen für die Gastronomie. Aus der Idee entstand die erste Restaurant Webseite und irgendwie entwickelte sich dann alles relativ schnell.
Viel lesen, viel Austausch, lernen, lernen und noch mal lernen, Fehler machen usw. Aber das kennst du ja auch!
So wurde auch aus ursprünglich gastronerd.de, frey-gastronomie-marketing und damit geht es derzeit weiter.

Beratungspuzzle: Vielen Restaurants und kleinen Hotels fehlt es an Erfahrung und Wissen wie man den eigenen Betrieb richtig vermarktet – was sind die häufigsten Fehler die dir begegnen?

Alexander: Ganz ehrlich? Das man nichts tut! Und wenn, ist man leider vielfach zu sehr auf Zeitungsanzeigen oder teilweise sehr teure Brancheneinträge fixiert. Nicht falsch verstehen, ich will diese nicht schlecht reden, ganz im Gegenteil, ich rate sogar teilweise dazu. Aber eben alles in Maßen!

Was insbesondere bei “kleinen” Betrieben auffällt, ist dann aber auch wie du schon sagst, dass man teilweise gar nicht an die Möglichkeiten denkt, bzw. sie einfach nicht kennt. Daraus kann man aber auch keinen Vorwurf machen – die Kapazitäten dafür sind in den meisten Fällen gar nicht da. Und da wo man mal vom “Marketing” gehört hat herrscht oftmals die Meinung, dass es entweder unbezahlbar ist oder schlichtweg nichts bringt. Diese Hemmschwelle gilt es erstmal zu überwinden.

Beratungspuzzle: Auf was für Marketing würdest du setzen wenn du selbst ein Restaurant oder Hotel eröffnen würdest?

Alexander: Webseite, Social Media, Online-Werbekampagnen, geschulte Mitarbeiter, QR-Codes, App, Printprodukte, Newsletter, …..
Ich finde das lässt sich schwer pauschalisieren. Es hängt von der gewählten Zielgruppe, dem Konzept und natürlich auch dem Umfeld ab. Aber ganz grundsätzlich würde ich mich sehr breit aufstellen. Ganz klares “Must have!”, ansprechende und nutzerfreundliche Webseite, Social Media über diverse Kanäle. Zum Bereich Social Media zähle ich hier auch die diversen Bewertungsportale. Es ist unheimlich wichtig sich der Meinung seiner Gäste zu stellen und entsprechend mit diesen zu kommunizieren. Nicht zu vergessen sind natürlich klassische Printprodukte, ja auch mal die Zeitungsanzeige, Flyer, Plakate etc. Wer mich kennt, weiß dass ich einen absoluten Faible für QR-Codes und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten habe – die kämen bei mir mit Sicherheit bei einigen Produkten und Kampagnen zum Einsatz!

Nicht zu vergessen die Mitarbeiter – gut geschult sind die das beste Marketing! Was nutzt es mir, alles auf Hochglanz zu polieren, wenn die Mitarbeiter nicht motiviert, schlecht ausgebildet und miesgelaunt sind. Da nutzt mir auch das beste Marketing der Welt nichts!
Da wäre jetzt sicherlich noch das eine oder andere zu ergänzen – sprengt aber glaube ich den Rahmen. Und nochmal, es kommt auf verschiedenste Faktoren an – es gibt keine Universallösung.

Beratungspuzzle: Social Media ist in aller Munde – aber wie soll ein Restaurant die Erfolge dieser Maßnahmen sinnvoll messen?

Alexander: Wenn du die Lösung dafür hast, her damit! Nein Spaß beiseite. Es ist mit Sicherheit nach wie vor nicht ganz einfach den Erfolg oder Misserfolg von Social Media zu messen. Sicherlich gibt es immer wieder Aussagen darüber welche Zahlen welchen Wert haben. Schön und gut – aber weiß ich Anhand der “Likes” und “Sprechen darüber” und was es nicht noch alles gibt, wer als zahlender Gast wegen meiner Aktivitäten im Netz bei mir am Tisch sitzt? Nö! Also, was bleibt – frag den Gast wie er auf dich kommt!

Bittet die Gäste um Feedback in welcher Form auch immer. Und bei dem ganzen Zahlenwerk im Netz bekommt man irgendwann ein Feeling dafür was für Interaktion sorgt und mit welchen Aktionen oder auch Kampagnen ich den Gast anspreche und auch in den Laden bekomme. Ich denke über kurz oder lang wird man um Anzeigen und Angebote nicht herum kommen – daran kann ich dann sehr einfach messen ob es was gebracht hat oder nicht! Was man dabei nicht vergessen darf, ist aber auch und da weise ich grundsätzlich drauf hin – ein bisschen Social Media gibt es genau so wenig wie ein bisschen schwanger. Social Media ist Arbeit!

Beratungspuzzle: Mich würde interessieren wie du die Zukunft des Gastronomie-Marketing einschätzt – was wird sich in den nächsten Jahren ändern?

Alexander: Ich denke da ist es ähnlich wie in vielen Bereichen. Vieles wird sich auf das Thema Mobile ausrichten mehr als jetzt schon – heißt vielleicht neue Anwendungen die dem Gast einen besonderen Mehrwert bieten. Augmented reality wird da bestimmt ein Thema werden. Muss aber gestehen, dass ich mich damit auch noch nicht weiter beschäftigt habe. Belohnungen für Check-ins werden mit Sicherheit noch verstärkt werden. Ich denke aber auch, dass es dank Social Media zu mehr Transparenz kommen wird – die Gastronomie und die Menschen dahinter werden greifbarer – ehrlicher und schnörkelloser, wenn auch nur virtuell. Der Gast will mehr mitreden, ernstgenommen werden und hat einen unheimlichen Wissensdurst. Da muss ich es als einzelner schaffen zu begeistern! Aber Vorsicht, mit endlosen Rabatt Aktionen werde ich das als Gastronom oder Hotelier nicht erreichen! Im “wahren Leben” findet meiner Meinung nach aber auch ein Wandel statt – es gibt mehr Events, besondere Aktionen – die Köche lassen sich immer mehr in die Töpfe gucken – auch hier wird denke ich einiges passieren. Was genau, ist der Kreativität des einzelnen überlassen. Wichtig ist das Erlebnis für den Gast!

Beratungspuzzle: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast Alexander! Gibt es noch einen Tipp den du jedem Gastronom / Hotelier geben würdest?

Alexander: Seid mutig! Hört zu was die Gäste sagen, kommuniziert mit den Gästen, traut euch anders als die Masse zu sein – nur so entwickelt ihr euch weiter! Denkt an die Mitarbeiter – sie werden immer kostbarer! Steht zu dem was ihr tut – lebt euer Geschäft!

Wenn ihr mehr über Alexander Frey und seine Arbeit erfahren wollt dann schaut doch mal bei ihm vorbei:

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www.gastronerd-sagbin.blogspot.de/

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